Die Aufgaben eines Messgerätes bestimmen Notwendigkeit der Kalibrierung und den höchstens zulässige Zeitabstand zwischen zwei Kalibrierungen.Auf Grund dieser dieser Aufgabe und den Auswirkungen, die ein Messfehler (Messunsicherheit) z. B. für die Sicherheit haben kann, werden die Häufigkeit des Kalibrierens sowie auch die jeweils für das Kalibieren geeigneten und zugelassenen Prüfstellen/ Labors/Eichämter von der dafür zuständigen Institution festgelegt.
Für das Prüfen von elektrischen Anlagen oder Betriebsmitteln nach DIN VDE 0100-600 , DIN VDE 0105- 100 , DIN EN 60204-1 , DIN VDE 0701- 0702  u. a. Normen, gibt es keine derart exakte allgemeingültige Vorgabe für alle dafür zum Einsatz kommenden Prüf-/Messgeräte. Weder der erforderliche Zeitabstand für eine Kalibrierung noch die damit zu betrauenden Institutionen werden in diesem Fall konkret benannt. Vorgegeben wird lediglich, dass die Mess-/Prüfgeräte regelmäßig zu prüfen sind – dies betrifft den Nachweis der Sicherheit für die messende Person – und zu kalibrieren sind – das betrifft die Genauigkeit des angezeigten Messwertes.

Diese Vorgabe eigentlich überflüssig, da jeder Arbeitgeber gemäß Betriebssicherheitsgesetz dafür zu sorgen hat, dass seine Arbeitsmittel den jeweiligen Anwendern einen sicheren Gebrauch ermöglichen. Das bedeutet, dass die für die Prüfung der Arbeitsmittel eingesetzten Prüfgeräte so genau sein müssen, um die möglicherweise vorhandenen Sicherheitsmängel
bei den Arbeitsmitteln zu finden. Somit ist es für den Arbeitgeber zwingend erforderlich, seine Prüfgeräte so gut und so oft wie notwendig kalibrieren zu lassen. Dabei ist es seine Sache was der Arbeitgeber unter „notwendig“ versteht und ob bzw. wie oft oder durch wen er eine solche Kalibrierung vornehmen lässt., das ist seine Sache. Es gibt keine Vorgaben sondern nur verbale Hinweise/Ermahnungen. Es hat sich teilweise eingebürgert und als ausreichend erwiesen, eine Kalibrierung alle zwei Jahre vorzunehmen. Dieser relativ lange Zeitraum wird mit den in diesen Fällen verhältnismäßig geringen Anforderungen an die Genauigkeit der Messwerte begründet weil:

die einzuhaltenden Grenzwerte in den entsprechenden Normen zum größten Teil ziemlich willkürlich festlegt wurden und es beim Bewerten der Messwerte somit auf Tendenzen und nicht auf exakte Werte ankommt;

bei den Messgeräten zum Teil Messfehler (Messunsicherheiten) von bis zu 30 % zugelassen werden

bei diesen Messungen der Messfehler (Messunsicherheit) beim Bewerten des Messwerts nicht berücksichtigt werden muss
gegebenenfalls aber der höchstens zu erwartende Messfehler berücksichtigt wird, wenn es tatsächlich – wie beim Schleifenwiderstand – auf das Überschreiten eines bestimmten Wertes (Auslösestrom der Überstromschutzeinrichtung) ankommt.

Es ist nicht erforderlich, nun alle Prüfgeräte eines Unternehmens zu ihren Herstellern oder zu einer amtlichen Prüfstelle zu schicken. Es genügt, wenn ein geeignetes
Mess-/Prüfgerät entsprechend durch seinen Hersteller kalibriert ist (ggf. durch Neuanschaffung alle 2 Jahre), um dann nicht zum ständigen Einsatz beim Prüfen, sondern als Messnormal beim Kalibrieren aller anderen Gerät im eigenen Hause verwendet wird. Damit sollte eine dafür befähigte und speziell unterwiesene Elektrofachkraft betraut werden.
Das eigenständige Kalibrieren eines Meßgerätes umfasst dabei:

den Vergleich des Messwerts des zu kalibrierenden Geräts mit dem Messwert des Messnormals, das die gleiche größe gemessen hat

die Feststellung, ob die Abweichung beider gemessener Werte geringer ist, als der für das zu kalibrierende Gerät in seiner Dokumentation genannte maximale Messfehler (Messunsicherheit).

Sollte eine Klärung der Richtigkeit eines Messwerts unter Praxisbedingungen notwendig und ein derartiges Messnormal nicht vorhanden sein, dann genügt auch ein Vergleich des fraglichen Messwerts mit denen von zwei anderen Messgeräten, um eine ausreichend genaue Bewertung zu ermöglichen. Auch hier müssen die beiden als „Messnormal“ verwendeten
Messgeräte am gleichen Messobjekt/Messpunkt unter etwa gleichen Messbedingungen eingesetzt werden.
Der Umgang mit Messgeräten.

Der jeweils Verantwortliche sollte jedoch bedenken, dass

eine „regelmäßige“ Kalibrierung natürlich auch mit der turnusmäßigen Prüfung des Messgeräts verbunden werden sollte und

es für Anwender des Messgeräts nicht nur wichtig ist, dessen Messunsicherheit zu kennen, sondern zudem auch zu wissen, dass das Messgerät einwandfrei und sicher funktioniert.

Zudem sollte der Prüfer natürlich jede Messung dazu benutzen, die Funktion und Genauigkeit seines Prüfgeräts einer Kontrolle zu unterziehen. Es ist mit ziemlicher Sicherheit bekannt, welche Messergebnisse beim Messen an einem zu prüfenden Gerät zu erwarten sind. Die Messergebnisse eines Messgeräts kann man durch eine Kontrollmessung an einem intakten Gerät kritisch bewerten.

Es sei nochmals betont, dass der Verantwortliche– hier die verantwortliche Elektrofachkraft oder die gemäß Betriebssicherheitsverordnung ausgewählte befähigte Person– angesichts der in seinem Verantwortungsbereich notwendigen Genauigkeit beim Messen und der dabei üblichen Beanspruchung der Messgeräte zu entscheiden hat, wie er das erforderliche Kalibrieren organisiert.

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